Zuruck zur Ubersicht

Longevity Check-up: Was wird wirklich gemessen – lohnt sich das?

Sie fühlen sich gesund. Der letzte Check-up beim Hausarzt war vor zwei Jahren, alles unauffällig. Sie sind beruflich eingespannt, gehen manchmal laufen. Warum also über Longevity nachdenken?

Von Niko HemsVeroffentlicht am 26. März 20266 Min. Lesezeit
YEARS Klinik Berlin

Sie fühlen sich gesund. Der letzte Check-up beim Hausarzt war vor zwei Jahren, alles unauffällig. Sie sind beruflich eingespannt, gehen manchmal laufen. Warum also über einen Longevity Check-up nachdenken?

Weil die gefährlichsten Gesundheitsrisiken still verlaufen. Chronische Entzündungen, Insulinresistenz, beginnende Arterienverkalkung: Diese Prozesse entwickeln sich oft zehn bis zwanzig Jahre, bevor sie sich als Herzinfarkt, Diabetes oder Demenz zeigen. Das Standardgesundheitssystem reagiert auf solche Ereignisse. Ein Longevity Check-up versucht, sie zu verhindern.

Doch was wird dabei wirklich gemessen? Der Begriff „Longevity" ist populär, aber oft vage. Dieser Artikel erklärt, aus welchen wissenschaftlich fundierten Messungen ein seriöser Longevity Check-up besteht: 87 Blutwerte, funktionelle Tests, Bildgebung und Genetik.

Was ist ein Longevity Check-up?

Ein Longevity Check-up ist eine tiefgehende, datenbasierte Analyse des aktuellen Gesundheitszustands und künftiger Gesundheitsrisiken. Das Ziel: nicht nur Krankheiten früh erkennen, sondern den biologischen Alterungsprozess selbst quantifizieren.

Abgrenzung zum klassischen Check-up 35

Der „Check-up 35" der gesetzlichen Krankenkassen liefert eine wichtige, aber schmale Momentaufnahme. Er umfasst typischerweise:

  • Blutdruckmessung
  • Gesamtcholesterin und Nüchternblutzucker
  • Urintest
  • Ärztliches Gespräch

Dieses Screening erfasst nicht die Ursachen von Alterskrankheiten: keine chronischen Entzündungsmarker, keine Lipoprotein-Partikelanzahl, keine Insulinresistenz.

Das YEARS Core® Programm umfasst 87 Biomarker und über 25 diagnostische Tests an einem einzigen Tag. Der Unterschied liegt nicht in der Quantität allein, sondern darin, welche Fragen die Tests beantworten: Statt „Liegt eine Krankheit vor?" lautet die Frage „Welche Risikofaktoren sind Jahre vor einer Erkrankung messbar?"

Die drei Säulen eines wissenschaftlichen Longevity Check-ups

1. Biomarker-Analyse: Was Ihr Blut verrät (87+ Parameter)

Blut umspült jedes Organ und liefert präzise Informationen über den Zustand des gesamten Organismus. Ein Longevity-Laborpanel geht weit über Cholesterin und Blutzucker hinaus.

Die Markergruppen im YEARS Core® Programm:

Herz-Kreislauf-Risiko (fortgeschritten):

  • ApoB (Apolipoprotein B): Sagt das Herzinfarktrisiko präziser vorher als das herkömmliche LDL-Cholesterin, weil es die Anzahl atherogener Partikel misst und nicht nur deren Cholesteringehalt.
  • hs-CRP (hochsensitives C-reaktives Protein): Marker für chronische, unterschwellige Entzündungen. Erhöhte Werte gelten als unabhängiger Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
  • NT-proBNP: Sensitiver Marker für die Belastung des Herzmuskels, der früh auf eine beginnende Herzschwäche hinweisen kann.

Stoffwechselgesundheit:

  • HOMA-Index: Berechnet aus Nüchtern-Insulin und Nüchtern-Glukose, kann Insulinresistenz fünf bis zehn Jahre vor einer Typ-2-Diabetes-Diagnose aufdecken.
  • Vollständiger Fett- und Glukosestoffwechsel: Detaillierte Analyse aller relevanten Blutfette und ihrer Verhältnisse.

Organfunktion und Nährstoffstatus:

  • Leber- und Nierenwerte: Umfassende Panels zur Beurteilung dieser zentralen Entgiftungsorgane.
  • Schilddrüsenhormone (TSH, fT3, fT4): Eine unentdeckte Unterfunktion ist häufiger als vielfach angenommen und beeinflusst den gesamten Stoffwechsel.
  • Vitamin D und Ferritin: Deren Mangel hängt mit Immunschwäche, chronischer Müdigkeit und weiteren Problemen zusammen.

3. Körperliche Funktionstests: Von VO₂max bis Griffstärke

Körperliche Leistungsfähigkeit gehört zu den stärksten Prädiktoren für Lebenserwartung. Ein Longevity Check-up misst sie objektiv, jenseits des subjektiven Fitnessempfindens.

  • VO₂max (maximale Sauerstoffaufnahme): Per Ergospirometrie gemessen, gilt dieser Wert als einer der stärksten Einzelprädiktoren für Gesamtmortalität. Wer seinen VO₂max von der untersten in die nächsthöhere Quintile verbessert, halbiert laut einer Metaanalyse aus dem Jahr 2022 das Sterberisiko näherungsweise.
  • Griffkraft: Einfach zu messen, aber aussagekräftig. Geringe Handkraft korreliert mit erhöhtem Risiko für Sarkopenie, Gebrechlichkeit und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
  • Körperzusammensetzung (3D-Bodyscan & BIA): Präzise Messung von Muskelmasse, Körperfettanteil und vor allem viszeralem Fett, das Entzündungsprozesse und Stoffwechselerkrankungen antreibt.
  • Lungenfunktion (Bodyplethysmographie): Misst das gesamte Lungenvolumen und den Gasaustausch, um Belastbarkeit und Gesundheit der Lunge detailliert zu beurteilen.
  • Balance und neurologische Funktion: Tests wie der Einbeinstand geben Hinweise auf das neurologische Alter und das Sturzrisiko.

3. Bildgebung und spezialisierte Diagnostik

Diese Säule nutzt fortschrittliche Technologie, um strukturelle Veränderungen sichtbar zu machen, lange bevor sie Beschwerden verursachen.

  • Erweiterter Ultraschall: Bereits im Core® Programm enthalten. Herz, Bauchorgane, Schilddrüse und Blutgefäße werden detailliert untersucht, um frühe Verkalkungen, Organveränderungen oder eine Fettleber zu erkennen.
  • Ganzkörper-MRT: Ab dem Evolve® Programm verfügbar. Diese strahlenfreie Untersuchung liefert Schnittbilder des gesamten Körpers von Kopf bis Becken und kann bisher unentdeckte Tumore, Aneurysmen oder krankhafte Fettverteilung potenziell aufdecken.
  • KI-gestütztes Hautscreening: Der ATBM Master fotografiert die gesamte Haut und analysiert Muttermale per KI. Die Detektionsrate liegt bei 96,7%.
  • KI-Funduskopie: Eine Kamera analysiert den Augenhintergrund. Die feinen Blutgefäße der Netzhaut zeigen frühe Anzeichen von Diabetes, Bluthochdruck oder neurologischen Erkrankungen.

Diese vier Säulen ergeben zusammen eine 360-Grad-Sicht auf die Gesundheit, die das reguläre System strukturell nicht leisten kann.

Epigenetik trifft Omics: Die nächste Stufe der Longevity-Diagnostik

Für diejenigen, die noch tiefer in ihre Biologie eintauchen möchten, bietet YEARS Ultimate® eine zusätzliche Dimension der Analyse, die unter dem Begriff „Omics" zusammengefasst wird.

Genomik: Ihre genetische Veranlagung

Eine Whole-Exome- und Whole-Genome-Sequenzierung analysiert Ihre gesamte genetische Veranlagung. Über 170 Gene werden auf erhöhte Risiken für Krebs (z. B. BRCA-Mutationen), Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Stoffwechselstörungen untersucht. Wer weiß, dass er Träger einer BRCA1-Mutation ist, kann Vorsorgeuntersuchungen gezielt intensivieren statt abzuwarten.

Pharmakogenetik ergänzt dieses Bild: Sie zeigt, wie der Körper auf über 150 gängige Medikamente reagiert, was zukünftige Behandlungen sicherer machen kann.

Mikrobiomik: Das Ökosystem im Darm

Die Analyse der Bakterien im Darm gibt Aufschluss über Verdauungsgesundheit, Immunfunktion und psychische Verfassung. Ein unausgeglichenes Mikrobiom wird mit einer Reihe von Alterskrankheiten in Verbindung gebracht.

Liquid Biopsy: Neuartige Krebsdiagnostik aus dem Blut

Der TruCheck-Test im Evolve® und Ultimate® Programm weist zirkulierende Tumor-DNA im Blut nach. Das Screening erfasst über 70 Krebsindikatoren. Eine Liquid Biopsy ersetzt keine Bildgebung, ergänzt sie aber um eine experimentelle forschungsnahe molekulare Dimension.

Von der Messung zur Aktion: Was passiert mit den Ergebnissen?

Die umfassendste Diagnostik bleibt wertlos, wenn sie nicht in konkrete Handlungen mündet.

Nach vollständiger Auswertung aller Daten erhalten Sie bei YEARS:

  1. Einen detaillierten Health Report: Ein über 60-seitiges, personalisiertes Dokument, das alle Ergebnisse verständlich aufbereitet und in den wissenschaftlichen Kontext einordnet.
  2. Ein Strategiegespräch mit einem Arzt: Nach etwa zwei Wochen besprechen Sie alle Befunde ausführlich mit einem YEARS-Arzt. Individuelle Risiken werden priorisiert, ein konkreter Plan für die nächsten 12 Monate entwickelt.
  3. Clinic-as-a-Study: Teilnehmende an Evolve® oder Ultimate® tragen zum Aufbau einer der umfassendsten Longevity-Datenbanken bei. Proben werden kryokonserviert und können mit zukünftigen Technologien re-analysiert werden.

Kosten und Vergleich

Ein umfassender Longevity Check-up ist eine Investition. Die Preise bei YEARS:

  • YEARS Core®: 1.900 €
  • YEARS Evolve®: 7.600 €
  • YEARS Ultimate®: 16.900 €

Zum Vergleich: Der Check-up 35 kostet die GKV etwa 30 Euro und liefert rund 10 Basismarker. Das Core® Programm bietet fast die neunfache Markeranzahl plus Bildgebung und Funktionstests.

Privatversicherte können eine Teilerstattung beantragen: YEARS rechnet nach GOÄ ab, und da häufig medizinisch relevante Befunde erhoben werden (Fettleber, Vitaminmangel, Insulinresistenz), erkennen viele PKV-Tarife einen Teil der Kosten an.

Die eigentliche Frage ist die der langfristigen Kosten. Wer eine Risikokonstellation fünf Jahre früher erkennt und gegensteuert, vermeidet unter Umständen Behandlungskosten, die ein Herzinfarkt oder eine Krebsdiagnose verursachen, nicht zu sprechen von der persönlichen Belastung. Es ist eine Wette auf die eigene Gesundheit, mit messbaren Einsätzen auf beiden Seiten.

Häufig gestellte Fragen

Kann man sein biologisches Alter wirklich verlangsamen? Studien zeigen, dass gezielte Interventionen in Ernährung, Bewegung (besonders zur Steigerung des VO₂max), Schlaf und Stressmanagement das biologische Alter senken und die Alterungsgeschwindigkeit (gemessen mit DunedinPACE) verlangsamen können.

Wie oft sollte ich einen Longevity Check-up wiederholen? Für eine sinnvolle Verlaufsbeobachtung wird eine jährliche Wiederholung empfohlen. Die standardisierten Protokolle bei YEARS stellen sicher, dass die Daten von Jahr zu Jahr vergleichbar bleiben.

Was ist der Unterschied zwischen biologischem und chronologischem Alter? Chronologisches Alter ist die Zeit seit der Geburt. Biologisches Alter beschreibt den funktionellen Zustand des Körpers auf zellulärer Ebene, beeinflusst durch Genetik, Lebensstil und Umwelt.

Warum ist der VO₂max wichtiger als mein Fitness-Gefühl? Gefühle sind subjektiv. Der VO₂max ist ein quantitativer Messwert für die Leistungsfähigkeit des Herz-Lungen-Systems und einer der stärksten bekannten Prädiktoren für Lebenserwartung.

YEARS Journal

Newsletter abonnieren

Erhalten Sie Gesundheitstipps direkt in Ihr Postfach.

Mit der Anmeldung akzeptieren Sie unsere Datenschutzerklarung

Kostenlose BeratungTermin buchen